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Mich hat schon früh eine ganz grundlegende Frage beschäftigt:
 

Wie können wir eigentlich messen, was im Gehirn passiert – und ob sich etwas wirklich verändert?

Nahaufnahme des Auges (Makro)

Eye Tracking

In meiner Arbeit habe ich schnell gemerkt, dass viele klassische neuropsychologische Testverfahren noch aus einer anderen Zeit stammen. Papier-und-Bleistift-Tests haben ihren Platz, sind aber oft grob, wenig sensitiv und bilden den Alltag von Menschen mit neurologischen Erkrankungen nur eingeschränkt ab. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass moderne digitale Methoden und innovative Messverfahren im klinischen Alltag nur langsam Einzug halten.

Aus dieser Beobachtung heraus hat sich ein zentraler Schwerpunkt meiner Forschung entwickelt: Eye-Tracking.
Mich fasziniert, dass sich über Augenbewegungen sehr fein messen lässt, wie Menschen wahrnehmen, Aufmerksamkeit steuern oder Informationen verarbeiten – oft ganz ohne komplizierte Aufgaben oder verbale Anweisungen. Gerade bei neurodegenerativen Erkrankungen ist das ein großer Vorteil. In diesem Bereich habe ich eigene Studien konzipiert, Studiendesigns entwickelt und Eye-Tracking gezielt als objektives Messinstrument untersucht.

Neuromodulation

Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die nicht-invasive Neuromodulation. Darunter versteht man Verfahren, mit denen bestimmte Hirnareale von außen gezielt stimuliert werden – ohne Operation, ohne Implantate und ohne Schmerzen. Ziel ist es, neuronale Aktivität zu beeinflussen und damit kognitive Funktionen oder Symptome positiv zu verändern.

Ich habe dabei intensiv mit zwei Verfahren gearbeitet:

dTMS (deep Transcranial Magnetic Stimulation) nutzt Magnetfelder, um bestimmte Bereiche des Gehirns zu aktivieren oder zu modulieren. Die Behandlung erfolgt von außen über eine Spule auf der Kopfhaut und wird bereits klinisch eingesetzt, unter anderem bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen.

TPS (Transkranielle Pulsstimulation) ist ein noch jüngeres, innovatives Verfahren, bei dem kurze mechanische Impulse gezielt ins Gehirn geleitet werden. Diese Impulse sollen neuronale Prozesse anregen und werden insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen erforscht. TPS ist nicht invasiv, gut verträglich und eröffnet neue therapeutische Perspektiven.

In diesem Bereich habe ich die erste deutsche klinische Studie zu TPS publiziert, Studiendesign und Durchführung maßgeblich begleitet und die Methode wissenschaftlich evaluiert. Darüber hinaus war ich für das Unternehmen auch als wissenschaftliche Beraterin tätig und habe meine klinische und forschungsbezogene Expertise eingebracht.

Was mich an der Neuromodulation besonders interessiert, ist nicht nur die Technologie an sich, sondern die Frage, wie wir Wirksamkeit sinnvoll messen, wie sich Veränderungen langfristig abbilden lassen und wie neue Verfahren verantwortungsvoll in die Versorgung integriert werden können.

Verfahren zur Gehirnüberwachung
Forschung bedeutet für mich nicht nur, neue Methoden zu testen, sondern sie verständlich einzuordnen:

Was können sie leisten? Wo liegen ihre Grenzen? Und für wen sind sie wirklich hilfreich? Genau an dieser Schnittstelle aus Wissenschaft, klinischer Realität und verständlicher Kommunikation arbeite ich.

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